Im Griff der Viren: Asiatische Grippe 1957

Pandemie - Asiatische Grippe 1957
Teil 3 von 7 Beiträgen der Serie Virus Pandemien

Die Asiatische Grippe gilt als die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts nach der Spanischen Grippe.


Verlauf
Infizierte erkrankten sehr schnell mit akuten Fieber und sehr starken frontalen Kopfschmerzen. Es folgten Glieder- und Muskelschmerzen sowie ein starkes subjektives Krankheitsgefühl. Die Dauer der Erkrankung betrug oft nur zwei bis fünf Tage.
Weitere Symptome waren eine Rötung des Rachenraums, Entzündung der Nasenschleimhäute sowie der Augenbindehaut.

Verbreitung
Die Asiatische Grippe hatte ihren Anfang 1957. Der Ursprung lag vermutlich in China. Der Asiatischen Grippe fielen zwischen 1957 und 1958 weltweit nach Schätzungen bis zu zwei Millionen Menschen zum Opfer.
In Deutschland verstarben an der Asiatischen Grippe etwa 30.000 Infizierte.
Wie Schnell breitete sich der Virus aus?


Die Pandemie begann im März 1957 in China, von wo aus sie sich schnell über den gesamten asiatischen Raum ausbreitete. Anschließend gelang der Virus in den Vordere Orient, schließlich zum afrikanische Kontinent und Südamerika. Parallel dazu traten vereinzelte Herde in Europa, England und den USA, Kanada sowie Mexiko auf.


Wie viele Wellen gab es?
Der Influenza-Virus vom Typ A/H2N2 war leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Er verursachte bis 1968 alljährlich neue Influenza-Pandemien.
Danach wurde H2N2 vom Subtyp A/H3N2 abgelöst, der in den Jahren 1968 und 1969 als Erreger der Hongkong-Grippe Pandemie in die Geschichte einging.


Erreger
Die Asiatische Grippe wurde durch das Influenzavirus A/Singapore/1/57 (H2N2) ausgelöst. H2N2 ist eine Variante des Virus der „echten Grippe“. Der Subtyp entstand durch die Kombination von einem menschlichen mit einem Geflügelpestvirus.


Wie wurde die Pandemie in der damaligen Presse beurteilt?
Am 12. September 1957 erschien ein halbes Jahr nach Ausbruch der Pandemie in der ZEIT ein Artikel zur Einschätzung der damals neuen Grippe-Pandemie.
Professor Heinrich Lippelt war als Bakteriologe, Serologe bekannt und Leiter der Norddeutschen Grippezentrale der Weltgesundheitsbehörde (WHO).

Seiner Einschätzung nach zeigten die vorliegenden Erkrankungszahlen, dass die Influenza-Pandemie zwar einen hohen Prozentsatz der Bevölkerung befiel, aber die meisten der Erkrankten keine ärztliche Hilfe benötigten, die Zahl der Sterberate gering ausfiel. Unter 84 000 Infizierten Iraner war ein Todesfall zu beklagen und in Thailand verstarben lediglich 89 Menschen bei 550.000 Infizierten.

Laborversuche sollen Formaldehyd einen virushemmenden Effekt bescheinigt haben, was eine Desinfektion des Mund- und Rachenraumes mit Formaldehyd enthaltende Substanzen sinnvoll erscheinen ließ.

Der Verlauf der Grippe wurde damals, sechs Monate nach dem Ausbruch, als sehr milde prognostiziert. Heute, viele Jahre nach dem Ende der Asiatischen Grippe, haben wir eine andere Datenlage. Allein in Deutschland starben 30.000 Menschen im Rahmen dieser Grippe-Pandemie und weltweit ein bis zwei Millionen Infizierte.

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