Im Griff der Viren: Spanische Grippe 1918 – 1920

Pandemie - Spanische Grippe 1918 - 1920
Teil 2 von 7 Beiträgen der Serie Virus Pandemien

Die Spanische Grippe war eine durch den Virus A/H1N1 ausgelöste Influenza-Pandemie, die in drei Wellen von 1918 bis 1920 zwischen 20 und 50 Millionen Menschenleben forderte. Schätzungen gehen auch von bis zu 100 Millionen Opfer aus.
Damit könnten mehr Menschen an der Spanischen Grippe gestorben sein als Menschen im Ersten und Zweiten Weltkrieg zusammen.

Die Letalität lag bei 5 bis 10 Prozent, die damit deutlich höher lag als bei anderen Influenza Pandemien.

Im Gegensatz zu anderen Grippe Ausbrüchen, wo sonst Kleinkinder und alte Menschen betroffen waren, starben vor allem 20- bis 40-jährige Menschen der Spanischen Grippe.

Varianten des Erregers A/H1N1 waren auch für die Russische Grippe 1977/1978 und der Schweinegrippe-Pandemie von 2009 verantwortlich. Die Erreger der Asiatische Grippe von 1957 und die der Hongkong-Grippe von 1968 sind mit A/H1N1 Virus verwandt, weshalb die Spanische Grippe als „Mutter aller Pandemien“ bezeichnet wird.

Der Name Spanische Grippe entstand, nachdem erste Nachrichten über die Seuche aus Spanien verbreitet wurden.

Verlauf
Zu den häufigen Symptome zählten: plötzlicher Ausbruch, Erschöpfung, Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten, Körper- und Rückenschmerzen, Kältegefühl, Schüttelfrost, Nasenbluten, Halsschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Schmerzen im Brustkorb, Atembeschleunigung. In schweren Fällen trat eine Lungenentzündung auf.

Der Tod trat in überwiegend am achten oder neunten Krankheitstag ein, zumeist aufgrund einer bakteriellen Sekundärinfektion. Überlebende waren mitunter wochenlang von einer hohen Müdigkeit, chronischer Erschöpfung gezeichnet und nicht selten traten Depressionen als Folgeerscheinung auf.
Viele Genesene litten für den Rest ihres Lebens an neurologischen Funktionsstörungen.

Verbreitung
Die Spanische Grippe nahm wahrscheinlich in Haskell County im US-Bundesstaat Kansas ihren Ausgang. Im Januar 1918 behandelte der Landarzt Loring Miner viele Patienten, deren Grippesymptome das bisher Bekannte an Intensität stark übertrafen. Den Krankheitsverlauf schilderte er als rasend schnell und gelegentlich tödlich.

Vom ersten Auftreten der Grippe im Januar bis August 1918 trafen über eine Million amerikanische Soldaten in ganz Europa ein. Der Erste Weltkrieg beschleunigte die weltweite Ausbreitung der Influenza-Pandemie enorm.

Wie Schnell breitete sich der Virus aus?
Die Zeitspanne von einem Jahr für das Auftreten von drei pandemischen Wellen ist eine Besonderheit dieser Pandemie. Die Influenza-Pandemien von 1889/90, hatte Abstände von acht bis neun Monaten zwischen den einzelnen Wellen.

Wie viele Wellen gab es?
Die Spanische Grippe trat in drei Wellen auf. Die erste traf die Welt im Frühjahr 1918, die zweite im Herbst 1918 und die dritte 1919.
Die zweite Welle brachte eine größere Letalität (Todesrate) mit sich als die Erste. Schätzungen ergaben, dass zwei von drei Bürgern erkrankt waren.

Sterblichkeit
Die Grippesterblichkeit war mit etwa 0,5 Prozent in hoch industrialisierten Ländern am niedrigsten. In Mexiko betrug die die Sterblichkeit über drei Prozent. Am stärksten betroffen waren Nationen mit einen hohen Anteil an Ureinwohnern. Es gab kleine Inseln im Pazifik, bei denen mehr als 20 Prozent der Einwohner starben.

Im Deutschen Reich starben etwa 300.000 Menschen. In Indien sollen 17 bis 20 Mio. Menschen an der Spanischen Grippe gestorben sein, was eine Volkszählung ergab.

Erreger
Die Spanische Grippe wurde durch den Virus A/H1N1 ausgelöst.

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