Impfstoffentwicklung: Wirksamer Schutz vor Coronavirus SARS-CoV-2 und Covid-19?

Impstoffe gegen Coronavirus SARS-CoV-2
Teil 1 von 4 Beiträgen der Serie Impfstoffentwicklung

Das Thema „Impfstoffentwicklung zum Schutz vor Covid-19“ ist ein sehr schnelllebiges Thema. Tagtäglich starten neue Studien und Projekte oder werden wieder beendet

Gegen SARS-CoV-2 sind innerhalb kurzer Zeit mindestens 210 Impfstoffprojekte angelaufen, die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt aktuell 198 (Stand 15.10.2020). Die Mehrzahl der Projekte befindet sich zurzeit allerdings noch in der prä-klinischen bzw. explorativen Entwicklungsphase.

Der ideale Impfstoff könnte den Schutz von Risikopersonen für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion ermöglichen und zur nachhaltigen Eindämmung des Virus beitragen. Eine sogenannte Herdenimmunität lässt sich beispielsweise ohne wirksamen Impfstoff nicht ohne unzählige Tote in der Bevölkerung realisieren.

Die Entwicklung von Impfstoffen unterliegt zwar ähnlich strengen Grundsätzen wie die von Arzneimitteln, doch müssen Impfstoffe im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln zusätzliche Anforderungen erfüllen. Ihr eigentlicher Zweck ist die Vorbeugung von Erkrankungen und nicht die Therapie, was der Toleranz von Nebenwirkungen strikte Grenzen setzt.
Deshalb ist die Entwicklung eines sicheren und natürlich wirksamen Impfstoffs ist ein langfristiges und sehr aufwendiges Verfahren, das 10 bis 20 Jahre beanspruchen und über 1 Milliarde Euro kosten kann.

Obwohl heute neue Technologien und der Einsatz von Supercomputer diese Entwicklungszeit um ein vielfaches verkürzen können, lässt sich der Zeitaufwand bei klinischen Studien nicht wesentlich verkürzen.


Weltweit werden aktuell 42 Impfstoffkandidaten an verschiedenen Studienorten im Rahmen von klinischen Studien an Menschen erprobt.


In Deutschland genehmigte im April 2020 das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 von der Firma „BioNTech“ und im Juni 2020 folgte die Genehmigung für einen Kandidaten von „Curevac„.

Zum jetzigen Zeitpunkt können keinerlei verlässlichen Aussagen darüber getroffen werden, welcher dieser Impfstoff-Kandidaten am erfolgversprechendsten ist oder wann es überhaupt einen sicheren und wirksamen Impfstoff gegen Covid-18 geben wird.


In Russland wurde am 11. August 2020 der Impfstoffkandidat des Gamaleya-Instituts zugelassen. Der Impfstoff mit dem Namen Gam-COVID-Vac („Sputnik V“). Das russische Gesundheitsministerium teilte zur Zulassung mit, der Wirkstoff habe eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit gezeigt. Allerdings folgt die russische Zulassung nicht den Regeln der EU. Studien der „Phase III“ mit mehreren 10.000 Probanten wurden nicht durchgeführt. Es blieb bei „Phase I“ und „Phase II“, in welcher der Impfstoff lediglich an 50 bis 500 Menschen erprobt wird.

Am 14.10.2020 wurde in Russland ein zweiter Impfstoff, EpiVacCorona, zugelassen. EpiVacCorona stammt vom staatlichen Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie VECTOR, einem ehemaligen sowjetischen Forschungslabor für Biowaffen. Wie schon beim „Sputnik V“ fehlen auch für diesen Impfstoff die Daten einer klinischen Phase-III-Studie, er wurde ohne Wirksamkeitsnachweis und veröffentlichten Daten aus klinischen Studien zugelassen.


Bislang ist für keinen Impfstoffkandidaten nachgewiesen (Quelle: Spektrum der Wissenschaft) worden, dass er wirklich vor einer Corona-Infektion schützt. Der US-Pharmakonzern „Johnson & Johnson“ brach gar seine Studie ab, weil sich ein Proband mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte.

Artikelserie NavigationImpfstoffentwicklung: In 3 Phasen zum sicheren und wirksamen Impfstoff >>