|

Kommt nach Corona der Affenpocken-Virus?

Affenpocken
Affenpocken

Als hätten wir nicht schon genug zu tun, mit den Auswirkungen der Banken- und Finanzkrise aus dem Jahr 2008, der Coronapandemie und aktuell dem Krieg in der Ukraine – wird plötzlich gegen die Affenpocken mobil gemacht. Drei Fälle (!) wurden Mitte Mai 2022 schon in Deutschland registriert.

Affenpocken – eine relativ neue Krankheit

Im Jahr 1958 wurde bei zwei Ausbrüchen in Affenkolonien eine neue Krankheit entdeckt, die Affenpocken. Die Affenpocken sind eine Viruserkrankung, deren Erreger vermutlich von Hörnchen und anderen Nagetieren stammen. Bei den Affenpocken handelt es sich um eine sogenannte Zoonosen, von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten.

Affenpocken lösen beim Menschen meist eine milde pockenähnliche Erkrankung aus, doch es können auch schwere und tödliche Verläufe bei geschwächten Menschen auftreten.

Der Erreger der Affenpocken ist das Monkeypox virus (MPV) aus der Gattung Orthopoxvirus, in der Unterfamilie Chordopoxvirinae der Pockenviren. Das Affenpockenvirus zählt zu den DNA-Viren.

Affenpocken sind wenig ansteckend

Untereinander übertragen Menschen die Affenpocken selten. Hierbei ist ein enger Kontakt nötig.

Der Mensch wird durch Bisse von erkrankten Affen infiziert, über Tröpfcheninfektion, dem Verzehr von Affenfleisch oder durch Kontakt mit belasteten Sekreten. In der Mehrheit der bekannten Fälle sind Männer mit Sexualkontakte zu anderen Männern involviert.

Ansteckungsgefahr besteht nur bei engen Kontakten mit symptomatisch Erkrankten, beispielsweise bei Geschlechtsverkehr.

Symptome

Folgende Krankheitsanzeichen können (in der Summe) auf eine Infektion mit dem Affenpoclen-Virus hinweißen:

Schutzimpfung/ Medizin gegen Affenpocken

Weder Schutzimpfungen noch Therapien gibt es gegen die Affenpocken. Geschuldet ist dies des seltenen Auftretens dieser Infektionskrankheit und dem fehlenden öffentlichen Interesse. Bei den meisten Infizierten verschwinden die Affenpocken von selbst, ohne spezielle Behandlung.

Nachweis der Affenpocken im Verdachtsfall

Der Nachweis der Infizierung mit den Affenpocken erfolgt, wie beim Coronavirus, mit einem PCR-Test.

Wie verbreitet sind Affenpocken?

Die Affenpocken sind (noch) eine relativ seltene Infektionskrankheit. Sie kommen in West- und Zentralafrika vor. Nachgewiesen wurden das Affenpocken-Virus bei Menschen, Hörnchen, Ratten, Bilche und Spitzmäusen. Die erste bekanntgewordene Infektion geht auf eine Ansteckung in Nigeria zurück.

Kommen die Affenpocken jetzt auch zu uns?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete am 21. Mai 2022 von etwa 90 bestätigten Infektionen in Ländern, in denen das Virus normalerweise nicht auftritt.

Können Affenpocken mutieren und leichter übertragbar sein?

Nicht jeder, abgesehen von Drosten, vermutete am Anfang der Coronapandemie eine mögliche Mutation des Coronavirus hin zum profanen „Schnupfen-Virus“. Mit dem SARS-CoV-2 Coronavirus Omikron BA.2 trat diese Entwicklung ein.

Viren mutieren, wenn es ihre Verbreitung erleichtert und sich eine kritische Menge potenzieller Wirte irgendwo an einem Ort einfindet – oder dank der Globalisierung der Erdball für den Virus schrumpft.