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Immunität nach Infektion: Geringes Risiko für Neuansteckung mit derselben Coronavirus Variante

Ansteckungsgefahr nach Infizierung

Coronaviren verändern sich genauso wie andere Viren. Das beste Beispiel sind Influenzaviren („Grippeviren“). Bei den Influenzaviren gibt es drei Typen: A, B und C. Die schwersten Krankheitsausbrüche werden von Influenza-A-Viren verursacht, sie waren bisher immer für die weltweiten Pandemien verantwortlich. Aufgrund ständiger Mutationen unterscheiden sich Influenzaviren jedes Jahr mehr oder weniger ausgeprägt voneinander und können deshalb vom Immunsystem des Menschen bei erneuter Infektion nicht wiedererkannt werden. Eine überstandene Influenza schützt daher nicht vor einer neuerlichen Erkrankung.

Auch Coronaviren mutieren. Bereits innerhalb eines Jahres wurden weltweit verschiedene Mutationen gefunden und bis heute gibt es auf viele Fragen nur wenige Antworten. Eine wichtige Frage behandelt das Thema „Neuansteckung“. Kann man sich mit derselben Variante mehrmals anstecken?

Zwei unabhängige Studien schätzen das Risiko an derselben Virusvariante zu erkranken als sehr gering ein. Eine am 14. Dezember 2020 veröffentlichte Studie aus Qatar untersuchte 133.266 Probanden mit einen zuvor durchgeführten positiven PCR-Test-Ergebnis auf mögliche Reinfektion. 54 bereits zuvor infizierte Personen erkrankten erneut an Covid-19.

Eine fortlaufende Studie aus Großbritannien fand bei 6.600 Probanden 44 Neuinfektionen, Personen die sich ein zweites Mal mit dem Selben Virus ansteckten.
Die SIREN-Studie untersucht seit Juni 2020 alle zwei bis vier Wochen regelmäßig Personen sowohl auf eine Corona-Infektion als auch auf gebildete Antikörper.

Julian Schulze, Leitender Oberarzt Sektion Infektiologie am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf ist der Einschätzung:
„Die Daten der SIREN-Studie belegen, dass sich bei den meisten Patienten zumindest für einige Monate eine Teilimmunität ausbildet – dies ist für den einzelnen Patienten beruhigend und kann helfen, dass Infektionsgeschehen zu bremsen.“

Eine monatelange Immunität gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus bestätigt auch eine Studie der University of California in San Diego. Die meisten Menschen können nach einer durchgestandenen Corona-Erkrankung für mindestens acht Monate immun sein. Die Forscher fanden heraus, dass alle Typen von Immunzellen auch acht Monate nach der Infektion bei den meisten Personen ausreichend vorhanden waren. Untersucht wurden die Blutproben von 180 Corona-Erkrankten

Folgende Studien müssen untersuchen, wie eine Person auf die Konfrontation mit einer Corona-Mutation reagiert. Zum derzeitigen Zeitpunkt liegen keine ausreichenden Fallzahlen vor.